Die Ausstattung der Hausapotheke

8. Mittel zur Behandlung von Haut und Schleimhäuten

Im Rahmen der häuslichen Wundversorgung und Krankenpflege kommt es vor allem auf die Auswahl sinnvoller und wirksamer Arzneimittel an. Kosmetische Aspekte müssen zunächst zurücktreten.

Desinfektion von Wunden

Es ist allgemein reiner 70%iger Äthylalkohol üblich. Isopropylalkohol ist jedoch besser hautverträglich und hat eine intensivere Desinfektionswirkung. Wundbenzin empfiehlt sich vor allem zur Entfernung von Klebstoffresten, die von Pflastern stammen oder von Fett- und Schmierstoffen, die in Handwerksbetrieben verwendet werden.

Als Mittel der Wahl gelten heute jodhaltige Lösungen oder Cremes. In der Regel gelten diese Mittel als gut verträglich und erweisen sich als gute Desinfektionsmittel.

Verbrennungen

Aus medizinischer Sicht wird heute das Auftragen von Brandgel empfohlen. Unmittelbar nach der Verbrennung die betroffene Hautpartie ca. 15 Minuten lang in kühles Wasser halten. Für die ersten 2-3 Tage ist es sinnvoll, einen kühl-nassen Wickel zu machen, der zwischendurch immer erneuert wird.

Kleinere offene Verletzungen

Bei Verletzungen, wie sie im häuslichen und beruflichen Alltag, aber auch bei Sport und Spiel der Kinder vorkommen, ist außer der bereits erwähnten Salbe Heilsalbe (mit dem Wirkstoff homöopathische Urtinktur aus Ringelblumenblüten) zu empfehlen. Weiche Zinkpaste ist bei allen nässenden Hautschäden, wie Windeldermatitis, nach wie vor das Mittel der Wahl.

Oft besteht bei Schürf-, Schnitt- oder Brandwunden die Gefahr von Infektionen durch Schmutz. Dann ist es angebracht, ein Gel zu verwenden, das ein örtlich wirkendes Wunddesinfektionsmittel und ein Antibiotikum enthält, welche die Eiterbildung verhindern und die Wundheilung fördern.

Insektenstiche und Juckreiz

Bei unklarer Entstehung ist zunächst eine antiallergische Salbe anzuwenden. Da die Reaktionen auf allergisierende Stoffe individuell unterschiedlich und bei Kindern oft besonders intensiv verlaufen, kann es angebracht sein, für einzelne Familienmitglieder eine nicht rezeptpflichtige Cortisonsalbe aus der Apotheke vorrätig zu halten.

In seltenen Fällen besteht das Risiko einer lebensgefährlichen Bienengiftallergie, die den Betroffenen jedoch normalerweise bekannt ist und im Notfall mit sofortiger Cortisoninjektion behandelt werden muss. Ein entsprechendes, ärztlich verordnetes Arzneimittel muss dann unbedingt vorrätig gehalten werden.

Heuschnupfen

ist eine häufig auftretende allergische Gesundheitsstörung, die Nasen- und Augenschleimhäute befällt. Sie kann sowohl innerlich, als auch äußerlich mit antiallergischen Mitteln behandelt werden. Bewährt haben sich vor allem Nasentropfen und -spray sowie Augentropfen aus Cromoglicinsäure. Sie wirken zuverlässig nur örtllich und machen nicht müde, wie viele innerlich anzuwendende Antiallergika.

Lippenbläschen, Herpes labialis

auch als "Fieberbläschen" bekannt, sind eine durch Viren hervorgerufene, sehr lästige Entzündung der Schleimhaut an Lippen und äußerer Nase. Sie kündigt sich durch Kribbeln, Spannen der Haut und leichtes Brennen an und entwickelt dann rasch schmerzhafte Bläschen, die aufplatzen und verkrusten. Nur im sehr frühen akuten Stadium ist eine Salbentherapie mit dem Wirkstoff Aciclovir erfolgreich. Zum Abheilen ist Salbe zu empfehlen. Mit einer Creme, die wässrigen Extrakt aus Melissenblättern enthält, kann eine weniger stark ausgeprägte Erkrankung früh behandelt werden. Da Lippenherpes auch durch UV-Strahlen bei Winter- oder Wassersport ausgelöst werden kann, sollten die gefährdeten Hautpartien zum Schutz mit Zinkpaste abgedeckt werden.

Fußpilz

ist eine weit verbreitete Erkrankung, die bei mangelhafter Hygiene, aber vor allem bei der Ausübung verschiedener Sportarten (Schwimmen!) gehäuft auftreten kann. Mykosen sind sehr schwierig zu beseitigen, befallene Hautpartien müssen ständig mit pilztötenden Mitteln behandelt werden.

 

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